Feldarbeit auf Gut Morgow




Dahlmann beim eggen                                FAMO Raupenschlepper Boxer


Erntefest auf Gut Morgow
Nach Abschluss der Getreideernte wurde von allen Dorfbewohnern gemeinsam das Erntefest gefeiert. Da fast alle Leute des Dorfes für den Gutsbesitzer tätig waren, richtete er auch das Fest aus.
Am Sonntagvormittag versammelten sich alle in Festtagskleidung auf dem großen Wirtschaftshof; Frauen, Männer und Kinder ordneten sich zum Festzug. Voran ging die Musikkapelle Brandenburg (5 Mann), dahinter die große Festkrone, die vom Vorarbeiter auf einer Stange getragen wurde.
Die Krone war kunstvoll aus dickem Ährnbündeln geflochten und mit vielen bunten Bändern verziert, die lustig im leichten Sommerwind flatterten. Dann folgten die Schnitterinnen, die Gespannführer, die Hofgänger usw. Zuletzt marschierten alle Kinder des Dorfes, die Mädchen mit Blumenkränzen im Haar.
Mädchen und Jungen trugen ihren schön geschnitzten, mit einer Schleife geschmückten "Taubenknüppel" in der Hand.


So marschierte der Zug vor das Schloß und nahm in einem großen Bogen auf dem Rasen vor der Freitreppe Aufstellung.
Der Gutsbesitzer (Rittmeister von Elbe) und seine Frau erschien oben auf der Treppe in dem großen Eingangsbogen unter dem Turm. Die Vorschnitterin begrüßte sie mit einem langen Gedicht, das mit einem Hoch auf die verehrte Gutsherrschaft endete. Brandenburg pustete kräftig in die Trompete, alle riefen: "Hoch, hoch, hoch!"


Die Männer schwenkten die Mützen und Hüte. Nun folgte die Ansprache des Gutsherrn. Er dankte Gott für die gute Ernte und lobte den Fleiß der Arbeiter, die mit viel Schweiß und Anstrengung das Korn rechtzeitig in die Scheunen geschafft hatten und für ein weiteres Jahr das tägliche Brot gesichert hatten.
Dann wurde die Erntekrone die Treppe hinaufgetragen und in der Halle des Schlosses abgestellt, wo sie am Tage darauf ihren Ehrenplatz unter der Decke hängend erhielt. Sie blieb dort bis zum Erntefest des nächsten Jahres.

Im Anschluss folgte das gemeinsame Mittagessen aller Dorfbewohner. An langen Tischen (Bretter auf Böcke gelegt) nahmen die Familien Platz. Viele fleißige Helferinnen hatten in der Gutsküche alles gut vorbereitet.
Das Menü: Biersuppe mit zuckerbestreuten Schaumklößen,  Scheine- und Rinderbraten, Rotkohl und Kartoffeln, Kompott. Jeder durfte essen soviel er konnte. Dann ging eine Familie nach der anderen nach Hausen zur Mittagsruhe.



Am Nachmittag fand dann das Volksfest auf dem großen Wirtschaftshof statt. Nun waren die Kinder die Hauptpersonen. Der Stellmacher hatte in langer, mühevoller Arbeit drei kunstvolle Holztauben angefertigt, bunt bemalt und mit Bändern verziert. Die großen Jungen und Mädchen und die jüngeren Schulkinder nahmen vor je einer Taube Aufstellung und der Reihe nach warf jeder mit seinem Taubenknüppel nach der Taube. Hatte ein Kind ein Stück der Taube abgeworfen, durfte es sofort geholt werden, denn dafür gab es am Ende die Preise. Das schwierigste Stück war der Rumpf, der auch den ersten Preis und die Königswürde einbrachte.
Außerdem wurden Stangenklettern, Eierlaufen, Sackhüpfen und Topfschlagen gespielt.
Für die Erwachsenen war die große Maschinenhalle ausgeräumt und mit Papiergirlanden geschmückt worden. Ringsherum an den Wänden standen Bänke und Stühle, in der Mitte ein Podium für die Musikanten und in einer Ecke ein großes Bierfaß, aus dem jeder zapfen konnte.
Der Tanz auf der Tenne dauerte bis zum frühen Morgen.